Krankenversicherung Österreich – wo liegen die Unterschiede zu Deutschland?

Krankenversicherung Österreich – wo liegen die Unterschiede zu Deutschland?

Krankenversicherung Österreich – wo liegen die Unterschiede zu Deutschland? | Krankenversicherung in Österreich - die große Übersicht

Wer umzieht, wird in der Regel mit vielen Neuerungen konfrontiert. Besonders spürbar ist dies, wenn nicht nur die Stadt, sondern gleich das Land geändert wird. Wer beispielsweise von Deutschland nach Österreich zieht, wird mit einem vollkommen anderen Gesundheitssystem konfrontiert.

Doch was gibt es mit Hinblick auf die Krankenversicherung im Nachbarland zu beachten? Was ist gleich? Was ist anders?

Grundlegendes zur Krankenversicherung in Österreich

 

Grundlegendes zur Krankenversicherung in Österreich | Krankenversicherung in Österreich - die große Übersicht

Grundsätzlich gilt: wer in Österreich lebt, muss auch krankenversichert sein. Die Finanzierung des Gesundheitssystems im Nachbarland basiert auf den Beiträgen der Einwohner. Die Beträge werden hierbei (fast) gleichmäßig auf Arbeitnehmer und -geber verteilt.

Wie hoch die entsprechenden Beiträge im Einzelnen sind, entscheidet das Einkommen. Das Alter der Versicherungsnehmer und deren Gesundheitszustand werden hierbei nicht berücksichtigt. Oftmals ist es auch möglich, seine Angehörigen, ähnlich wie in Deutschland, beitragsfrei mitzuversichern.

Was müssen Sie wissen, wenn Sie von Deutschland nach Österreich ziehen?

Besonders interessant: anders als in Deutschland können Sie die Krankenversicherung in Österreich nicht frei wählen. Über welchen der Anbieter Sie versichert werden, ist im Wesentlichen abhängig davon, wo Sie wohnen bzw. welcher Berufsgruppe Sie zugeordnet werden.

So ist in jedem Bundesland eine bestimmte Gebietskrankenkasse zuständig. Sollten Sie als Selbstständiger in Österreich leben und arbeiten, werden Sie im Zuge der Gewerbeanmeldung bei der Krankenversicherung Österreich versichert, die für Ihre Kammer zuständig ist.

Unterschiede zwischen den Leistungen (und Prämien) gibt es zwischen den einzelnen (gesetzlichen) Krankenkassen nicht. Demzufolge existiert kein so ausgeprägter Wettbewerb um Versicherungsnehmer wie in Deutschland.

Die klassisch-private Krankenversicherung wird in Österreich jedoch nicht angeboten. Jedoch haben die gesetzlich Versicherten die Chance, eine private Zusatzversicherung abzuschließen. Somit können Sie beispielsweise dafür sorgen, dass Sie von…:

 

  • einer freien Arztwahl
  • einer komfortableren Unterbringung im Zuge stationärer Behandlungen

 

profitieren. Somit können Sie die gesetzlichen Versicherungen und ihre Leistungen aufbessern.

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Mit welchen Beiträgen ist bei der Krankenversicherung Österreich zu rechnen?

Alle Österreicher, die im Monat mehr als 415,72 Euro verdienen, sind dazu verpflichtet, sich zu versichern.

Hierbei beträgt der vorgeschriebene Beitragssatz 7,65 Prozent, wenn Sie als Arbeiter oder Angestellter tätig sind. Als Maximalbetrag (je Monat) wurden hier 4.860,00 Euro festgelegt. Beträge über diesem Limit werden nicht mehr im Zuge der Beitragsberechnung berücksichtigt. Der jeweilige Arbeitnehmer zahlt hier 3,87 Prozent, der Arbeitgeber 3,78 Prozent. Der Beitragssatz für Rentner bzw. Pensionäre liegt hier bei 5,1 Prozent.

Selbstständige zahlen ihre Krankenversicherung allein und in Höhe von 7,65 Prozent. Studenten und geringfügig Beschäftigte zahlen einen ermäßigten Betrag von circa 50,00 Euro.

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Angehörige können kostenfrei mitversichert werden

Angehörige können kostenfrei mitversichert werden | Krankenversicherung in Österreich - die große Übersicht

Sollten Sie als Angehöriger (Ehegatte, eingetragener Partner, Kind mit Schulausbildung bzw. Ausbildung) nicht versicherungspflichtig sein, können Sie in Österreich auch die Möglichkeit der Familienversicherung nutzen. Diese ist im Nachbarland jedoch nicht in allen Fällen beitragsfrei. So wird bei der Mitversicherung von Ehepartnern beispielsweise ein zusätzlicher Beitrag von 3,4 Prozent erhoben. Sollte sich einer der beiden Partner jedoch um ein (oder mehrere) Kind(er) unter 18 Jahren kümmern, wird kein Zusatzbeitrag berechnet. Ebenso bleibt die Mitversicherung beitragsfrei, wenn es sich beim Mitzuversichernden um einen Angehörigen handelt, der Pflegegeld (Stufe 3) bezieht.

 
 

Welche Leistungen werden durch die Krankenversicherung in Österreich abgedeckt?

In den meisten Fällen werden die zu erbringenden Leistungen seitens des Gesetzgebers bestimmt. Unterschiede existieren hier lediglich zwischen den Betriebs- und Gebietskrankenkassen.

Der Vorteil für Selbstständige: sie werden im Zuge ambulanter Behandlungen weitreichender behandelt, tragen jedoch eine Eigenbeteiligung von 20 Prozent.

Die Krankenversicherung in Österreich übernimmt -abgesehen von der jeweiligen Rezeptgebühr- die Kosten für verschreibungspflichtige Medikamente. Je Medikament fallen hier 5,70 Euro an. Die Maximalgrenze (im Jahr) liegt hier bei zwei Prozent des jährlichen Einkommens. Ist dieser Wert erreicht, entfällt jede weitere Rezeptgebühr. Wer wenig verdient, kann bei seiner zuständigen Krankenkasse auch eine Befreiung von der Gebühr beantragen.

Zudem übernimmt die Krankenversicherung Österreich…:

 

  • die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer (Die Verpflegungspauschale, die seitens des Krankenhauses erhoben wird, liegt bei ca. 10 Euro am Tag und muss für maximal 28 Tage selbst getragen werden.)
  • verschiedene Zahnbehandlungen
  • 10 Sitzungen, die im Zuge psychotherapeutischer Handlungen abgehalten werden.

 

Zudem haben die Arbeitnehmer in Österreich das Recht auf eine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Unterschiedliche Höhen ergeben sich hier unter anderem aufgrund der Betriebszugehörigkeit.

 
 
 

Sie möchten nach Österreich auswandern? Folgendes sollten Sie beachten:

Sobald Sie in Österreich leben und arbeiten unterliegen Sie auch gleichzeitig den entsprechenden Pflichten zur Krankenversicherung in Österreich. Das bedeutet, dass das Gesetz hier keinen Unterschied mehr zwischen Ihnen und einem Menschen macht, der schon sein ganzes Leben lang in Österreich lebt.

Um die Anmeldung bei der Gebietsklasse müssen Sie sich in der Regel nicht kümmern. Diesen Schritt übernimmt ihr Arbeitgeber für Sie. Arbeiten Sie hingegen selbstständig, sind Sie dazu verpflichtet, Ihr Gewerbe anzumelden. Infolgedessen werden Sie auch in einer Gewerbeklasse eingetragen.

Sie bekommen nun eine so genannte „e-Card“, die Sie dann -wie die Krankenversicherungskarte in Deutschland- beim Arzt im Zuge der Untersuchungen vorzeigen müssen. Ebenfalls mit dabei ist die EKVK („Europäische Krankenversicherungskarte“), die Sie somit nicht gesondert beantragen müssen. Die Karte kostet im Jahr 10,85 Euro und dient nicht als Datenträger für medizinische Daten und Diagnosen.

Sollten Sie nicht komplett nach Österreich gezogen sein, sondern nur für eine zeitlich begrenzte Phase von maximal 24 Monaten im Land arbeiten, bleibt Ihre Versicherung beim deutschen Versicherungsanbieter bestehen.

Optimal versichert in Österreich – das müssen Sie beachten

Wie bereits weiter oben erwähnt, unterscheiden sich die verschiedenen Anbieter der Krankenversicherung Österreich nicht deutlich in Bezug auf ihre Leistungen. Vielmehr sind die einzelnen Leistungen seitens des Gesetzgebers vorgeschrieben. Eine Möglichkeit jedoch, sich im Notfall noch besser versorgt zu wissen, ist das Abschließen einer privaten Zusatzversicherung. Hierbei existieren durchaus einige Unterschiede zwischen den einzelnen Anbietern, die es zu beachten gilt.

Es lohnt sich daher immer, die privaten Anbieter zu vergleichen und sich dementsprechend ein individuelles „Gesundheitspaket“ zusammenzustellen. Zu den bekanntesten Anbietern im Bereich der privaten Krankenversicherungen zählen unter anderem die Wiener Städtische, die Generali und die Merkur.

Beim direkten Vergleich (auch mit den Versicherern in Deutschland) fällt auf, dass vor allem Verbesserungen mit Hinblick auf einen Krankenhausaufenthalt und der Zahnersatz teuer sind. Dieser Umstand ist mit der Tatsache zu begründen, dass in Österreich nicht viele private Anbieter im Bereich der Zusatzleitungen agieren.

 
 
 

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Sonderregelungen für Studenten

Studenten, die in Österreich die günstigere Variante der Krankenversicherung nutzen möchten, müssen unter anderem über einen festen Wohnsitz in Österreich verfügen, dürfen eine bestimmte Mindeststudiendauer nicht überschreiten und dürfen nicht mehr als 5.814 Euro im Jahr verdienen.

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