Krankenversicherung in der Schweiz: Regelungen und Besonderheiten für Grenzgänger und deutsche Auswanderer

Krankenversicherung in der Schweiz

Krankenversicherung in der Schweiz | Krankenversicherung in der Schweiz - die große Übersicht

Krankenversicherung in der Schweiz: Regelungen und Besonderheiten für Grenzgänger und deutsche Auswanderer

Wer sich als Grenzgänger oder deutscher Auswanderer in der Schweiz aufhält, muss sich krankenversichern. Wie in Deutschland ist auch im kleinen Alpenland der Abschluss einer Krankenversicherung Pflicht, wobei die Regelungen verschieden sind. Grundsätzlich ist die Krankenversicherungspflicht in der Schweiz eng mit dem angemeldeten Wohnsitz verbunden. Haben Deutsche ihren Wohnsitz in Deutschland, arbeiten als Grenzgänger aber im Nachbarland, können sie sich in Deutschland krankenversichern. Anders ist es mit Auswanderern. Sobald der permanente Wohnsitz in der Schweiz liegt, muss in dem Land eine Krankenversicherung als Grundabsicherung abgeschlossen werden. In dem kleinen Land gibt es mehrere Versicherer, die für einen Vertragsabschluss infrage kommen. Erfahren Sie hier, welche Regelungen es für deutsche Auswanderer und Grenzgänger gibt.

Regelungen für Auswanderer im Überblick

Regelungen für Auswanderer im Überblick | Krankenversicherung in der Schweiz - die große Übersicht

Der Abschluss einer Krankenversicherung in der Schweiz ist für Auswanderer essentiell. Sobald sich der Wohnsitz nicht mehr in Deutschland befindet, greift der Versicherungsumfang der deutschen Krankenversicherer nicht mehr. Die dadurch entstehende Lücke muss durch einen Schweizer Vertrag geschlossen werden. Bevor Sie eine Krankenversicherung in der Schweiz abschließen, müssen Sie sich im Alpenland offiziell anmelden. Mit der Meldung Ihres Wohnsitzes können Sie den Versicherungsvertrag rechtsgültig abschließen. Die klassische Schweizer Krankenversicherung ähnelt dem Modell der deutschen Familienversicherung. Das heißt: Der Vertrag, der von Ihnen abgeschlossen wird, gilt für alle Familienmitglieder, die gemeinsam mit Ihnen in die Schweiz auswandern.

Die grundlegenden Merkmale der Absicherung sind:

  • Sie können bei der Suche nach einem Tarif aus sämtlichen Verträgen der Schweizer Versicherungsgesellschaften aussuchen.
  • Wichtig ist, dass durch den Vertrag ein sogenannter Grundversicherungsschutz gegeben ist. Mit diesem wird dafür gesorgt, dass die Kosten der medizinischen Behandlungen in Teilen übernommen werden.
  • Für den Abschluss einer gültigen Krankenversicherung haben Sie in der Schweiz nach Anmeldung Ihres Wohnsitzes maximal 3 Monate Zeit.
  • Verpflichtend ist der Abschluss einer Krankenversicherung übrigens nicht nur für deutsche Auswanderer, sondern für alle EU-Bürger, die sich in der Schweiz niederlassen möchten. Das Land gibt zwei Aufenthaltsgenehmigungen aus:
  • B-Bewilligung: Diese Aufenthaltsgenehmigung gilt in der Regel für den Zeitraum von fünf Jahren.
  • C-Bewilligung: Sie wird erst im Anschluss an die B-Bewilligung gewährt und gilt dann unbefristet.

Achten Sie unbedingt darauf, dass Sie die Frist von drei Monaten einhalten. Lassen Sie diese verstreichen, werden Sie von der zuständigen Behörde einer beliebigen Versicherung Ihres Kantons zugewiesen, wodurch höhere finanzielle Belastungen entstehen können.

Leistungen der Krankengrundversicherung

Die Krankengrundversicherung in der Schweiz ist mit dem Grundschutz der deutschen Krankenkassen vergleichbar. Demnach kommen die Versicherer hier für sämtliche medizinische Behandlungen auf, die notwendig sind. Die Behandlungen können verschiedene Ursachen haben. Berücksichtigt werden Kosten infolge von Krankheit, Mutterschaft und Unfall. Neben dem Grundschutz besteht für Auswanderer die Option, eine Zusatzversicherung abzuschließen. Angeboten werden Zusatzversicherungen für verschiedene Leistungsbereiche in unterschiedlichen Beitragshöhen.

Haben Sie bereits eine Zusatzversicherung in Deutschland abgeschlossen, die Leistungen im Ausland einschließt, kann es sinnvoll sein, diesen Vertrag aufrechtzuerhalten. Empfehlenswert ist das aber nur, wenn Sie lediglich für einige Jahre in dem Alpenland arbeiten möchten. Der Schweizer Gesetzgeber hat die grundlegenden Leistungen der Krankenversicherung festgelegt. Im Grundtarif gibt es zwischen den Versicherern keine Unterschiede. Ein Vergleich ist aufgrund der Beitragsunterschiede aber ratsam.

Ihr gesundheitlicher Zustand spielt hier übrigens keine Rolle. Die Versicherer sind dazu verpflichtet, jeden Antragsteller aufzunehmen. Für die Beitragshöhe ist es nicht relevant, ob Sie krank sind.

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Kosten, die trotz Krankversicherung selbst getragen werden müssen

Auch wenn die Schweiz den Abschluss einer Krankenversicherung vorschreibt, müssen Sie in dem Land einige Aufwendungen der medizinischen Versorgung selbst tragen. Für Erwachsene ist diese Beteiligung auf eine Mindestsumme von 300 Franken pro Jahr festgelegt. Seit 2012 müssen Erwachsene zusätzlich 20 Prozent Selbstbehalt zahlen. Hier hat der Gesetzgeber die maximale Höhe auf 700 Franken festgeschrieben. Ausgenommen sind hier lediglich die Zeit der Schwangerschaft sowie die Geburt eines Kindes. Verläuft die Schwangerschaft ohne Komplikationen, muss sich die werdende Mutter nicht an den Kosten beteiligen, die durch die Behandlung entstehen.

Ausgenommen von den Selbstbeteiligungen sind außerdem Kinder bis zu einem Alter von 18 Jahren. Für Kinder fällt ein maximaler jährlicher Eigenanteil von 350 Franken an. Die Schweizer Versicherer räumen Ihnen bei der Vertragsgestaltung und der Kostendefinition die Möglichkeit ein, den Selbstbehalt auszubauen. Damit sich finanzielle Belastungen aber nicht zur Existenzbedrohung entwickeln können, sind die Selbstbeteiligungen auf höchsten 2500 Franken für Erwachsene sowie 600 Franken für Kinder festgeschrieben. Jährlich können durch den höheren Selbstbehalt Prämieneinsparungen von höchstens 45 Prozent erreicht werden.

Überblick über die Zusatzversicherungen

Deutsche können in der Schweiz verschiedene Krankenzusatzversicherungen abschließen, mit denen sie ihren Schutz noch einmal entscheidend verbessern. Bei den Schweizern selbst sind zwei Zusatzversicherungen beliebt:

  • Zahnzusatzversicherungen: Diese Versicherungen übernehmen weitere Kosten, die infolge von Zahnbehandlungen entstanden sind. Je nach Tarif werden auch Methoden der Alternativmedizin sowie Auslandsnotfälle berücksichtigt.
  • Spital-Zusatzversicherungen: Die Krankengrundversicherung deckt ausschließlich Krankenhauskosten ab, wenn diese in einer Klinik des Kantons entstanden sind, in dem Sie leben. Die Spital-Zusatzversicherung räumt Ihnen die freie Krankenhauswahl ein. Oft können Sie sich auch den Arzt aussuchen, von dem Sie behandelt werden möchten.
  • Überblick über die Zusatzversicherungen | Krankenversicherung in der Schweiz - die große Übersicht

Möglichkeiten für Grenzgänger

Arbeiten Sie als Bundesbürger als Grenzgänger in der Schweiz, ist die Auswahl einer Krankenversicherung für Sie flexibler gestaltet. Da sich hier Ihr Wohnsitz weiterhin in Deutschland befindet, können Sie einen deutschen Krankenversicherungsvertrag wählen. Grenzgänger zahlen bei den deutschen Krankenkassen maximal 682,95 Euro. Das beträgt dem durchschnittlichen Krankenkassensatz von 14,6 Prozent sowie einem Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent. Als Grenzgänger können Sie selbst entscheiden, ob Sie die gesetzliche Krankenkasse in Deutschland oder eine private Krankenversicherung in Anspruch nehmen.

Die private Krankenversicherung bietet Ihnen oft einen besseren Schutz zu einkommensunabhängigen Beiträgen. Hier hängt die Beitragshöhe von dem gewählten Tarif ab. Da für Grenzgänger vor allem die Leistungen im Ausland wichtig sind, ist es möglich, dass Sie für diesen Krankenversicherungsschutz deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen. Grenzgänger können sich aber auch für den Abschluss einer Schweizer Krankenversicherung entscheiden. Die Gesellschaften bieten Ihnen die Krankengrundversicherung an. Die Beiträge, die Sie zahlen müssen, sind nicht vom Einkommen abhängig. Auch Ihr Alter sowie Ihre individuelle gesundheitliche Verfassung spielen hier keine Rolle. Entscheidend ist dagegen, in welchem Kanton sich Ihr Wohnsitz befindet.

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Fazit: Schweizer Krankengrundversicherung bietet essentiellen Schutz

Während deutsche Grenzgänger noch die Wahl haben und entscheiden können, ob Sie sich in Deutschland oder der Schweiz versichern, müssen Auswanderer die Absicherung im Alpenland wählen. Nach Anmeldung des Wohnsitzes bleiben drei Monate Zeit, um sich für eine der Versicherungsgesellschaften zu entscheiden. Die Schweizer Krankenversicherung basiert auf einem Grundtarif, mit dem Sie eine grundlegende Absicherung genießen. Reichen Ihnen diese Leistungen für medizinische Behandlungen nicht aus, können Sie einige Zusatzversicherungen abschließen, die Ihnen beispielsweise die freie Auswahl des Krankenhauses außerhalb Ihres Kantons einräumen.

Fazit: Schweizer Krankengrundversicherung bietet essentiellen Schutz | Krankenversicherung in der Schweiz - die große Übersicht